DER ROMAN 1995 fährt der elfjährige Cherubim mit seiner Pfadfindergruppe auf eine dreiwöchige Kanufahrt. Als der Gruppenleiter durch einen Unfall stirbt, gerät das kindliche Abenteuer zu einer albtraumhaften Irrfahrt. Zentrale Figur dieser Odyssee wird der blinde Benito, ein eigentlich stiller Junge, der plötzlich in prophetische Monologe verfällt, die den Irrweg der Zivilisation anprangern. 30 Jahre später wird der Schriftsteller Cherubim in ein rätselhaftes Attentat verwickelt, das ihn an seinen alten Freund Benito denken lässt und er beginnt die eigenen Gewissheiten zu hinterfragen und nach dem verschollenen Jungen von damals zu suchen. BENITO, das ist Abenteuererzählung und Künstlerroman zugleich und ein bemerkenswertes Kaleidoskop aus Zorn und Intellekt, Reflexion und Aktion. Großartig!
Hendrik Otremba, geboren 1984 in Recklinghausen, ist Schriftsteller, bildender Künstler und Sänger der Gruppe Messer, außerdem arbeitet er als Dozent für kreatives Schreiben und gelegentlich als Kurator. Als freier Journalist schreibt er sporadisch über Musik. Seine Malereien werden als Plattencover und in verschiedenen Magazinen veröffentlicht und ausgestellt. 2017 ist sein Debütroman ÜBER UNS DER SCHAUM (Verbrecher Verlag) erschienen, im August 2019 folgte sein zweiter Roman KACHELBADS ERBE (Hoffmann und Campe). Mit Messer hat er bisher fünf Alben veröffentlicht, zuletzt 2021 No Future Dubs. Er lebt in Berlin.
Autorenfoto Hendrik Otremba © Max Zerrahn